Geleit für den Monat Mai

hl. Petrus

Liebe Freunde und Wohltäter!

Mit jeder katholischen Kirche dürfen wir heiligen Boden betreten, denn hier ist der Herr, hier ist das tabernaculum, das Zelt Gottes unter den Menschen, wo Er wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig ist, mit Fleisch und Blut, als Gott und als Mensch. Und so verweilen wir hier in anbetender Stille vor dem großen Gott, der sich hier so klein gemacht hat um unter uns zu sein. Christus, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, hielt aber in einer ganz besonderen Weise Einzug in seine Kirche.
Er, das Licht der Welt, wurde nämlich bei seinem ersten Einzug gleichsam auf einem Leuchter in die noch dunkle und kalte Kirche hineingetragen, und von einem ganz besonderen Leuchter herab wollte er sein Licht erstrahlen lassen, um alles mit seinem Licht erleuchten und erwärmen zu können. Das erste Mal betrat je der Sohn Gottes das Zelt Gottes unter den Menschen als Maria zusammen mit Josef zum Tempel nach Jerusalem pilgerten, um dort ihren erstgeborenen Sohn der Sitte gemäß auszulösen. Und Gott richtete es dabei so ein, daß das Jesuskind auf den Händen Mariens in den Tempel hineingetragen wurde. Christus, unser Herr und Heiland, hält eben auf den Armen Mariens Einzug in den Tempel, in das Heiligtum Gottes unter den Menschen. Dieses Licht der Welt wird auf einem Leuchter hinein getragen, nämlich auf den Armen der jungfräulichen Mutter Maria. Sie ist dieser Leuchter, auf dem Christus sein Licht hell erstrahlen lassen will. Sie ist der hohe Leuchter, von dem herab die Lichtstrahlen den ganzen Kirchenraum erleuchten können.
Sie ist von Gott gleichsam als Monstranz dazu erwählt worden, der ganzen Welt dieses göttliche Licht zu zeigen. Der greise Simeon wurde vom hl. Geist in den Tempel geführt und er erblickte dort dieses Licht der Welt, er erblickte es auf den Armen Mariens. Wer in dieses Licht schauen will, der muß zuerst nach diesem Leuchter suchen und wenn er ihn erblickt hat, dann erst hat er auch das Licht der Welt gefunden. Die prophetischen Worte des greisen Simeon bezeugen, daß Jesus dieses strahlende Licht ist, welches auf den Armen Mariens nicht nur den Tempel zu Jerusalem erleuchten soll, sondern die ganze Welt: „Nun entläßt Du, Herr, deinen Diener, nach deinem Worte in Frieden. Denn es haben geschaut meine Augen Dein Heil, das Du bereitet hast vor dem Angesicht aller Völker: Ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zum Ruhme deines Volkes Israel.“ Als die Maria den göttlichen Sohn durch den Hl. Geist empfing, da hielt sie dieses Licht unter ihrem Herzen nicht geheim. Sie stellte es gerade nicht unter einen Scheffel, sondern sie ließ es den anderen Menschen leuchten zur Ehre und zum Ruhm Gottes. So trug sie das Licht der Welt zu ihrer Base Elisabeth, die daraufhin die Größe Gottes pries. Dann trug Maria ihr neugeborenes Kind zu den Menschen im Tempel, woraufhin der greise Simeon ebenso den allmächtigen Gott lobte. Auch wir haben dieses Licht einmal in der Hl. Taufe empfangen dürfen, auch wir sind dazu berufen, dieses Licht nicht unter den Scheffel zu stellen, sondern wie Maria auf einen Leuchter, indem wir für unseren Glauben Zeugnis ablegen. Leben wir unseren Glauben, damit Christus so allen Menschen leuchten kann. Die Menschen sollen so durch uns an Gott erinnert werden und wer weiß, vielleicht wird dann der eine oder der andere auch einmal das Lob auf unseren großen Gott anstimmen.

Mit priesterlichem Segensgruß:

hl. Petrus

Ihr P. Gregor Pal FSSP

© Priesterbruderschaft St. Petrus, Wien - Österreich