Geleit für den Monat Dezember

hl. Petrus

Liebe Freunde und Wohltäter!

Der Advent, die angeblich stillste Zeit im Jahr, eilt schneller dahin als einem lieb ist, und das hochheilige Weihnachtsfest steht vor der Tür. Was aber bedeutet dieses Fest der Geburt des Herrn und seine Vorbereitung eigentlich wirklich? Es fallen wohl einem jeden auf Anhieb eine zahllose Menge Antworten ein, die man in unserer heutigen Zeit und Umgebung so zu hören bekommt. Selten aber bis gar nicht dringen diese Gedanken bis zum Mittelpunkt des Weihnachtsfestes durch. Alle möglichen Randerscheinungen, die eben auch noch dazugehören, werden oft und gerne genannt, aber das Zentrum des Ganzen wird in der Regel ausgeblendet. Warum? Weil es unerhört ist, ja weil es in der heutigen Zeit fast anstößig geworden ist, über das Wesentliche unseres Glaubens zu sprechen. Man umgibt sich mit Ausflüchten, man umschifft das Geheimnis des Festes mit den verschiedensten Floskeln, um nicht Farbe bekennen zu müssen. Gerade das aber, das Bekenntnis, würde unserer heutigen Zeit so nottun. Denn wir feiern nicht ein Fest der Liebe und des trauten Miteinanders, wo man selbst denen, denen man das ganze Jahr aus dem Wege geht, noch irgendwelche sinnlosen Dinge schenkt. Wir feiern die Geburt des göttlichen Kindes. Wir feiern die zeitliche Geburt des ewigen Wortes, das aus Maria der Jungfrau Fleisch angenommen hat, um uns zu erlösen. Und zwar am Marterholz des Kreuzes durch seinen blutigen Opfertod. Und das ist anstößig für die heutige Zeit. Denn das paßt nicht in eine Welt, die die Sünde verharmlost, ja die die Sünde lautschreiend propagiert. Denn Weihnachten zeigt in aller erschreckenden Deutlichkeit die Kehrseite dieses rauschartigen Taumels, der der Menschheit vorgaukelt ihr eigener Gott zu sein und selbst bestimmen zu können, was gut und was böse ist. Weihnachten zeigt, was Gott der Herr auf sich nimmt, um uns zu erlösen. Er wird Mensch, in allem uns gleich außer der Sünde, um durch sein Opfer unsere Sünden zu sühnen. Weihnachten zeigt nicht nur ein liebes Kindlein und fertig. Weihnachten zeigt ein Kind, das in einem Stall zur Welt kommen muß, vor der Stadt, weil die Menschheit keinen Erlöser will. Der Weihnachtsfestkreis zeigt uns weiterhin ein Kind, das beseitigt werden muß, weil es der Welt aufzeigt, daß es eine Sünde, eine Gerechtigkeit und ein Gericht gibt, und darum nach Ägypten gebracht werden muß. Weihnachten zeigt uns aber auch, daß es aus allen Völkern Menschen gibt, die den Erlöser aus ganzem Herzen ersehnen, ob es jetzt die frommen Hirten Bethlehems als Vertreter des Judenvolkes, oder die Heiligen Drei Könige als Vertreter der Heidenwelt sind, sie alle warten auf ihn und sie kommen zu ihm. Schließen auch wir uns ihnen an und beten den an, der lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Im Namen meiner Mitbrüder und der gesamten Priesterbruderschaft St. Petrus wünsche ich Ihnen und allen Ihren Angehörigen ein frohes und gnadenreiches Weihnachtsfest und ein gesegnetes Neues Jahr 2019.

Mit priesterlichem Segensgruß

hl. Petrus

Ihr P. Florian Grafl FSSP

© Priesterbruderschaft St. Petrus, Wien - Österreich