Geleit für die Monate Juli / August

hl. Petrus

Liebe Freunde und Wohltäter!

Die beiden Sommermonate Juli und August sind geziert mit einem Kranz wundervoller Marienfeste des Kirchenjahres. Den Höhepunkt bildet sicherlich das älteste Marienfest der Kirche, das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel oder Maria Himmelfahrt, wie es der Volksmund nennt. Dieses Fest, der Große oder Hohe Frauentag, bildet gleichsam den Abschluß aller Glaubenslehren über die Person der allerseligsten Jungfrau und Gottesgebärerin. Maria ist mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen, es freuen sich die Engel, singt die Liturgie dieses Tages oftmals in den verschiedenen Tagzeiten und der Hl. Messe. Maria ist das herrliche Exempel, wie es in einem Liede heißt, das uns vor Augen führt, was auch aus uns einmal, nach Gottes Willen, werden soll. An ihr, der Gottesgebärerin, sollen wir sehen, was auch uns verheißen ist, das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Aber auch das so liebliche Fest der Heimsuchung Mariens bieten uns diese Monate. Maria eilt, durch die Botschaft des Engels gemahnt, ins Bergland von Judäa zu ihrer Base Elisabeth, um dieser in den Beschwerden der Schwangerschaft beizustehen. Die Begegnung des ungeborenen Täufers mit dem ungeborenen Heiland läßt den Täufer im Schoße seiner Mutter aufjubeln. Johannes wird geheiligt und zum Propheten bestimmt, zum Wegbereiter des Herrn. Aber auch die beiden Kirchweihfeste Maria Schnee und Portiunkula wollen nicht vergessen sein. Groß Sankt Marien in Rom, Maria Schnee wie sie wegen des Schneewunders im August genannt wird, ist das große Denkmal für das Dogma der Gottesgebärerin, das auf dem Konzil von Ephesus 431 definiert worden ist. Der Glaubenssatz, daß die allerseligste Jungfrau wahrhaft Gottesgebärerin ist, und nicht nur Gebärerin eines Menschen, wie der Patriarch Nestorius von Konstantinopel behauptete, ist die Grundlage aller anderen Glaubenslehren über die allerseligste Jungfrau Maria. Maria Schnee ist daher gleichsam das steingemauerte Dogma der Gottesgebärerin. Auch das Portiunkulafest am 2. August soll nicht vergessen sein. Die Kirche der Hl. Maria von den Engeln im Tal unterhalb von Assisi war wohl der Platz, den der hl. Franziskus am meisten liebte und neben dem er auch gestorben ist. Für dieses, sein Lieblingskirchlein, erbat er von der Allerseligsten Jungfrau einen Ablaß für alle, die am Weihetag dorthin pilgern, den der Papst nicht nur für dieses Kirchlein gewährte, sondern auch auf alle Kirchen der franziskanischen Orden ausdehnte. Und noch auf ein weiteres Ordensfest im Monat Juli sei hingewiesen, das in den allgemeinen Kalender der Kirche eingefügt wurde, das Skapulierfest. Seit 1587 für die Karmeliter gestattet, wurde es aufgrund der Popularität des braunen Skapulieres Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel 1726 auf die gesamte Kirche ausgedehnt. Es erinnert an jene Erscheinung der Gottesmutter, bei der sie im Jahre 1251 dem General der Karmeliten dem hl. Simon Stock das Skapulier übergeben hatte. Zum Abschluß des marianischen Kranzes um die Sommermonate sei noch an das Fest des Unbefleckten Herzens Mariens, am Oktavtag von Maria Himmelfahrt, erinnert, das Papst Pius XII. anläßlich der Weltweihe an das Unbefleckte Herz Mariens 1942 zum 25-jährigen Jubiläum der Erscheinungen der Allerseligsten Jungfrau in Fatima gestiftet hat. Mögen wir alle, anhand des Großen, das der Allmächtige an ihr getan, an der Mutterhand Mariens die Wunder Gottes betrachten und zu immer größeren Gottliebenden werden.

Mit priesterlichem Segensgruß

hl. Petrus

Ihr P. Florian Grafl FSSP

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