Geleit für die Monate Jänner u. Feber

hl. Petrus

Liebe Freunde und Wohltäter!

Die Weihnachtszeit neigt sich mit dem Feste Maria Lichtmeß ihrem Ende zu und der Osterfestkreis wirft mit der Vorfastenzeit bereits seine ersten Schatten voraus. Doch zwischen diesen großen Festkreisen des kirchlichen Jahreslaufes sind in unsere Monate eine Reihe kleiner Heiligenfeste eingebettet, die sich weder durch Vigilfeiern noch durch Oktaven auszeichnen. Diese Festtage der Heiligen, die den Kalender zieren, sind, soweit es eine Mehrzahl der „alten" Heiligenfeste betrifft, also der Heiligen, die bereits im ersten Jahrtausend der Kirchengeschichte liturgisch verehrt worden sind, Märtyrer- feste, d.h. das Gedächtnis des/der Heiligen am Tage ihres Blutzeugnisses oder am Tage der Übertragung des Leichnames. In dieser und den nächsten Ausgaben dieses Heftes soll nun eine bestimmte Gruppe dieser „alten" Heiligen näher beleuchtet werden, die sicherlich vielen von Ihnen zum Teil vertraut sein werden, die es aber doch wert sind, näher betrachtet zu werden. Es sind dies die sogenannten 14 Nothelfer. Diese Gruppe von Heiligen, die, mit einer Ausnahme, dem hl. Abte Ägidius, alle im östlichen Bereich des Mittelmeeres ihre Wurzeln haben, wurde im Mittelalter mit seiner Vorliebe für Zahlensymbolik wohl in Regensburger Klöstern zusammengestellt und von dort aus verbreitet. In unserer Gegend ist die als Schubertkirche bekannte Pfarrkirche vom Lichtenthal in Wien den 14 Nothelfern als Gruppe geweiht. Als einzelne aber sind sie häufig als Kirchenpatrone anzutreffen. Namentlich heißen diese 14 Nothelfer, Achatius, Ägidius, Barbara, Blasius, Cyriakus, Dionysius, Erasmus, Eustachius, Georg, Katharina, Margaretha, Pantaleon und Vitus. Der hl. Bischof und Märtyrer Blasius, dessen Festtag im Anschluß an Maria Lichtmeß am 3. Feber begangen wird, soll nun hier den Anfang machen. Er ist sicherlich den meisten von Ihnen aufgrund des an seinem Festtage gespendeten Blasiussegens bekannt. Dieser seit dem 11. Jahrhundert mit zwei gekreuzten Kerzen gespendete Segen geht auf die Legende zurück, daß der zum Martyrium geführte Bischof von Sebaste in Kleinasien, Gott gebeten habe, allen, die um seine Fürsprache flehen würden, auch weiterhin Heilung in Krankheiten, vor allem Halskrankheiten, zu gewähren. Blasius war nämlich, bevor er Bischof wurde, als Arzt tätig und behandelte kostenlos Kranke. Als Bischof wurden ihm mehrere Heilungswunder zugeschrieben. Am bekanntesten ist wohl jenes, wo er einen Knaben vor dem Erstikkungstod durch eine Fischgräte errettete. Er erlitt unter der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian, um das Jahr 300 den Martertod durch Enthauptung, nachdem man ihn zuvor mit eisernen Kämmen zerfleischt hatte. Reliquien von ihm finden sich in einigen Kirchen Europas, z.B. im Stift Admont in der Steiermark, das den hl. Blasius als seinen Patron verehrt. Wenn sich auch über sein Leben rein historisch nicht viel mehr als das Faktum, daß er Bischof von Sebaste war und unter Diokletian den Martertod erlitt, ermitteln läßt, so liegt das zu einem großen Teil daran, daß es einerseits in der Verfolgungszeit schwierig war, ausführliche Lebensbeschreibungen zu erstellen und andererseits, daß es der Alten Kirche zuerst darum ging, den Namen und Stand einer Person und den Tag des Martyriums für das liturgische Gedenken festzuhalten. Darum lassen sich auch für viele Heilige aus dieser Zeit die konkreten Todesjahre schwer festlegen, da diese, im Unterschied zum Todestag, in der Regel nicht verzeichnet wurden.
Der hl. Blasius ist der Patron gegen Halsleiden, Blähungen, Bräune, Husten, Kinderkrankheiten, Kropf, Pest und Zahnweh. Er ist der Patron der Haustiere, Ärzte, Bauarbeiter, Gerber, Gipser, Hutmacher, Maurer, Schneider, Strumpfwirker und Weber.

Mit priesterlichem Segensgruß

hl. Petrus

Ihr P. Florian Grafl FSSP

© Priesterbruderschaft St. Petrus, Wien - Österreich