Geleit für den Monat April

hl. Petrus

Liebe Freunde und Wohltäter!

Am 23. des Monats April begeht die Kirche das Fest des hl. Märtyrers Georg. Dieser ebenfalls zu den 14 Nothelfern zählende Heilige aus der Zeit der großen Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian zählt wohl bis heute zu den am meisten verehrten Heiligen sowohl der Ost- wie auch der Westkirche. Wie bei vielen Heiligen aus dieser Zeit der Diokletianischen Verfolgung sind uns lediglich die Daten seines Martyriums, der 23. April, und die Art seines Todes, die Enthauptung mit dem Schwert nach verschiedensten grausamen Folterungen bei Lydda in Palästina, sicher überliefert. Seine große Popularität als „Großmärtyrer“, die er bis heute in der Ostkirche ungebrochen genießt, erwarb sich der hl. Georg durch die Siege Kaiser Konstantins des Großen über den Christenverfolger Licinius, der den Osten des römischen Reiches beherrschte, im Jahre 324. Diese Siege wurden der Fürsprache des hl. Georg zugeschrieben und verbreiteten den Ruhm des jugendlichen Soldatenmärtyrers über den gesamten damaligen Erdkreis. Nicht nur ganze Länder wurden nach ihm benannt wie Georgien, im Kaukasus, sondern er ist auch bis heute der Patron von 18 Ländern dieser Welt. Wollte man aber auch all die Städte und die Kirchen aufzählen, die ihn zum Patron haben, so käme man wohl so schnell an kein Ende. Sein Attribut, die weiße Fahne mit dem roten Kreuz, wurde unter Richard Löwenherz zur Fahne Englands und bildet bis heute einen Bestandteil der britischen Fahne. Woher allerdings die seit dem 6. Jahrhundert belegbare Drachenlegende kommt, welche die Ikonographie des hl. Georg sowohl im Westen, wie im Osten so entscheidend geprägt hat, läßt sich historisch nicht belegen. Der Kern hinter der Legende ist sicherlich der Sieg Konstantins, der dem hl. Georg zugeschrieben wurde, über den Heiden Licinius, und die recht anschaulichen Bilder der Geheimen Offenbarung, wo der Kampf des Erzengels Michael mit dem Teufel unter dem Bilde des Drachen geschildert wird. Aufgrund seiner großen Beliebtheit sind auch seine Patronate recht vielfältig. Er ist Patron gegen Versuchungen aller Art, gegen Vergiftungen durch Schlangenbiß, Fieber, Fieberblasen, Hautkrankheiten, Pest, Lepra und Syphilis. Er ist der Patron für Glaubensstärke und alle Kämpfe um den rechten Glauben, für Mut und Tapferkeit, gegen Kriegsgefahr, für gutes Wetter, Regen, für das Vieh und im Besonderen für die Pferde. Mit den Kreuzzügen wurde er zum bevorzugten Patron der Ritter und des gesamten Ritterstandes. Dreizehn verschiedene Ritterorden verehren ihn als ihren Patron. Auch all die mit dem Ritterstand verbundenen Berufsgruppen, wie Reiter, Bergleute, Sattler, Schmiede, Waffenschmiede und Büchsenmacher, wie auch der aus dem Ritterstande hervorgegangene Soldatenberuf stehen unter seiner Schutzherrschaft. Weil Georg übersetzt Bauer heißt, ist er der Patron des Bauernstandes. Aber auch die Faßbinder, die Gefangenen, die Pfadfinder, die Wanderer und die Artisten stehen unter seinem Patronat. Auch Spitäler und Siechenhäuser erfreuen sich seines besonderen Schutzes. Mit der Kirche, die das folgende Gebet an seinem Festtag verrichtet, sei hier zu Lob und Ruhme des hl. Georg geschlossen: „Gott, Du erfreust uns durch die Verdienste und die Fürsprache Deines hl. Märtyrers Georg; verleihe gnädig, daß wir Deine Wohltaten, die wir durch ihn erbitten, als Geschenk Deiner Gnade erlangen."

Mit priesterlichem Segensgruß

hl. Petrus

Ihr P. Florian Grafl FSSP

© Priesterbruderschaft St. Petrus, Wien - Österreich